Wurzeln und Entwicklung
Shiatsu eine Berührungsmedizin aus Japan, verwurzelt in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Damit fußt es auf dem Konzept von Yin und Yang, den fünf Wandlungsphasen und der Lebensenergie Ki. Im Japanischen bedeutet die Silbe SHI 指 Finger und die Silbe ATSU 圧 steht für Druck.
Die Weisheitslehre des Ostens sowie das Wissen aus Medizin und Psychologie des Westens verbinden sich im Shiatsu miteinander. Seit rund 50 Jahren wird Shiatsu auch in Europa praktiziert – und entwickelt sich seitdem stetig weiter.
Im Zentrum steht ein einfacher Gedanke: Körper, Geist und Seele gehören zusammen. In der Tradition, aus der Shiatsu stammt, spricht man von Ki – der Lebenskraft oder Lebensenergie, die im Körper fließt und sich in unserer Vitalität ausdrückt. Über achtsame Berührung setzt Shiatsu genau hier regulierend an.
Wirkungsweise und Behandlung
Wie oder was wirkt im Shiatsu?
Shiatsu stärkt die Gesundheit und unterstützt die Selbstregulation. Es folgt dem salutogenetischen Ansatz, in dem nicht nach dem Ursprung einer Krankheit, sondern nach der Quelle von Gesundheit gefragt wird.
Tiefe und achtsame Berührungen helfen dem Körper (wieder) wahrzunehmen, zu entspannen und bei sich selbst anzukommen. Im präsenten Kontakt zwischen Praktiker:in und Klient:in entsteht ein Resonanzraum, in welchem alle Ebenen des Seins angesprochen werden: Physisch, emotional, mental und spirituell. Die verbindende und raumgebende Berührung im Hier und Jetzt ermöglicht dem Ki wieder freier zu fließen.
Shiatsu ist ein Erfahrungsraum, in dem Selbstregulation stattfindet und die eigenen Ressourcen zugänglich gemacht werden.
Was passiert bei einer Behandlung?
Du bleibst während der ganzen Behandlung bekleidet. Deine Praktiker:in arbeitet achtsam mit den Händen, Daumen, Ellbogen oder Knien – mal großflächig, mal punktuell, immer angepasst an Dich. Sanfte Dehnungen und Bewegungen gehören dazu.
Eine Behandlung dauert bis zu einer Stunde und findet meist in Stille statt. Sie kann auf einem Futon am Boden, auf einer Liege oder einem speziellen Behandlungsstuhl stattfinden. Im Anschluss ist oft Raum für ein kurzes Gespräch über das, was du erlebt hast.
In einem begleitenden Gespräch gibt es die Möglichkeit, die Erfahrungen aus der Behandlung zu beleuchten. So können die Potenziale des wortlosen Erlebens auch die Ebende des Alltagsbewusstseins erreichen.
Die Impulse aus der Behandlung benötigen Zeit, um integriert zu werden. In diesem Prozess stellt sich auch die Selbstregulation ein.
Mitunter werden Übungen und Empfehlungen für den Alltag mitgegeben, um in Selbstverantwortung stärkend auf die Gesundheit einzuwirken.
Wann Menschen Shiatsu für sich nutzen
Menschen kommen zu Shiatsu in ganz unterschiedlichen Lebensphasen: in stressigen Zeiten, während der Schwangerschaft, in Phasen der Veränderung oder einfach, um zur Ruhe zu kommen. Wie oft eine Behandlung sinnvoll ist, entscheidet sich individuell – wöchentlich, in größeren Abständen oder kurzfristig bei Bedarf.
Wichtig: Shiatsu ersetzt keine ärztliche Behandlung.
Bei gesundheitlichen Beschwerden versteht es sich als Ergänzung – nicht als Alternative zur Schulmedizin.
Wer darf Shiatsu praktizieren?
Shiatsu ist in Deutschland kein formaler Beruf. Das bedeutet, im Prinizp darf jede:r Shiatsu ausüben. Die GSD setzt sich seit vielen Jahren für hohe Ausbildungsstandards ein:
Von der GSD anerkannte Praktiker:innen haben eine Ausbildung mit mindestens 600 Stunden über mindestens drei Jahre absolviert und sie sind mit dem Qualitätssiegel in der Praktiker:innen-Liste gekenntzeichnet.
Oder sie haben eine Basis-Ausbildung von mindestens 300 Stunden mit erfolgreicher (Zwischen-)Prüfung absolviert. Frag deine Praktiker:in gern nach ihrer Ausbildung.
GSD-Podcast
In unserer Podcast-Reihe spricht Svenja Oberboßel mit Shiatsu-Praktizierenden und Menschen, die Shiatsu-Behandlungen erfahren haben. Es geht um ihre ganz unterschiedlichen Wege zu Shiatsu und es wird deutlich, wie sehr Shiatsu Lebenswege verändern kann und neue Möglichkeiten eröffnet.
Die Idee zum Podcast kam aus der Mitgliedschaft. Wir freuen uns sehr, dass Svenja das Projekt übernommen hat. Es erscheinen monatlich neue Folgen, die du hier direkt anhören kannst.
Über Svenja Oberboßel Svenja ist GSD-Mitglied und seit 2024 Beisitzerin im Vorstand. Sie arbeitet als Psychologische Psychotherapeutin mit Trauma-Schwerpunkt und als Shiatsu-Praktikerin.
Die Podcast kannst hier hören oder auch über verschiedene Streamingdienste.
Gesa beschreibt Ihren Shiatsuweg, welche Bedeutung Shiatsu heute in ihrem Leben hat und was das alles mit Intuition zu tun hat.
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